Immer weniger Haushalte können sich die eigenen vier Wände noch leisten. Immobilienexperten des DIW schlagen deshalb ein Modell vor, wonach der Staat neue günstige Häuser baut und schrittweise an die Mieter verkauft.

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on einem eigenen Haus oder einer eigenen Wohnung träumen die meisten Bürger in Deutschland. In Meinungsumfragen zu den beliebtesten Vorsorgevarianten steht das Eigenheim fast immer an erster Stelle. Doch nur die Wenigsten können sich tatsächlich eine eigene Immobilie leisten. Die steigenden Preise machen den Hauskauf immer unerschwinglicher, und die hierzulande besonders hohen Kaufnebenkosten stellen oft eine unüberwindbare Hürde dar.

 

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) schlägt nun einen Weg vor, über den sich deutlich mehr Haushalte den Traum vom Wohneigentum erfüllen könnten und der gleichzeitig auch noch erschwinglich erscheint: den Mietkauf. Anstelle einer Miete zahlt man dabei eine regelmäßige Monatsrate, mit der eine Kaufschuld abgetragen wird. Nach einer gewissen Zeit gehört den Mietern dann die Wohnung, und sie können im Alter mietfrei leben.

Solche Modelle sind zwar auch heute schon möglich, doch in der DIW-Variante spielt der Staat eine entscheidende Rolle. Er tritt als Projektentwickler in Vorleistung, der ein Grundstück bereits besitzt und darauf ein neues günstiges Mehrfamilienhaus errichtet.

Zur Finanzierung könnten Anleihen begeben werden, für die der Staat zurzeit ohnehin kaum Zinsen zahlen muss – wenn überhaupt. Die Wohnungen und der Nullzins werden dann an private Käufer weitergereicht, die in regelmäßigen Tilgungsraten die Schuld begleichen.

In einer Beispielrechnung, die WELT vorliegt, kalkuliert das DIW für eine 100-Quadratmeter-Wohnung eine Monatsrate von 706 Euro, wenn man nach knapp 25 Jahren schuldenfrei sein will. Je jünger ein Mietkäufer wäre, umso länger könnte die Rückzahlung dauern, und umso niedriger wäre dann die Monatsrate. Bei gut 33 Jahren Laufzeit läge der Betrag gerade mal bei 530 Euro.

Damit liegt man laut DIW in einer Größenordnung mit aktuellen deutschlandweiten Durchschnittsmieten. Diese betragen für einen Familienhaushalt in einer Großstadt rund 750 Euro nettokalt. Der entscheidende Unterschied: Im Gegensatz zu normalen Mietern gehört dem Mietkäufer am Ende die eigene Immobilie.

„Haushalte würden durch stabile Rückzahlungsraten vor steigenden Mieten geschützt und bauen gleichzeitig Vermögen auf, das vor Altersarmut schützen kann“, halten die DIW-Experten Peter Gründling und Markus Grabka fest, die das Modell durchgerechnet und auf seine Realitätstauglichkeit hin überprüft haben.

Der normale Kauf dagegen erscheint den DIW-Experten für die meisten Haushalte nicht leistbar. Zwar seien die Bauzinsen zurzeit niedrig. Doch die Zinslast sei auch nicht das Problem: „Die größte Herausforderung ist fehlendes Eigenkapital, um vor allem die hohen Nebenkosten des Immobilienerwerbs zu bestreiten“, schreiben die DIW-Experten Grabka und Gründlich.

Lebensraum in den Städten bliebe erschwinglich

Angesichts der aktuellen Vermögensverhältnisse und der steigenden Immobilienpreise sei das für die meisten Mieterhaushalte nicht mehr leistbar – auch wenn manche Kreditinstitute gerne andere Rechnungen präsentieren. Zahlen des Sozioökonomischen Panels (SOEP) zufolge hatten im Jahr 2012 rund 90 Prozent der Mieterhaushalte mit einem Haushaltsvorstand im Alter von bis zu 40 Jahren ein Nettovermögen von weniger als 50.000 Euro.

Dieses Vermögen steigt wesentlich langsamer als die Hauspreise. Entsprechend sinkt seit Jahren die Zahl der jährlichen Ersterwerber, wie auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln bereits feststellte.

Der Staat würde mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Es gäbe auf lange Sicht mehr Eigentümer, die weniger mit ansonsten steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen hätten. Die größeren Städte blieben als Lebensraum auch für mittlere Einkommensschichten erschwinglich – jenseits vom sozialen Wohnungsbau für noch finanzschwächerer Bürger. Und die wachsenden Vorsorgerisiken wären etwas gedämpft: „Dies ist insofern von Bedeutung, als mit Blick auf die gesetzliche Rentenversicherung ein künftig sinkendes Rentenniveau mittlerweile beschlossene Sache ist.

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Letzte Aktualisierung: 19.10.2019




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